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Sonderbeilagen

20. November 2017 | 13:51 Uhr

:chancen :wege :perspektiven

Handwerk und Kunst

DER AUSBILDUNGSRATGEBER FÜR DEN NORDEN

Der 20-jährige Edgar Hammerich macht eine Ausbildung zum Klavierbauer

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Edgar Hammerich kennt das Innere eines Klavieres genau. FOTO: HEIDRUN LOHSE
Für Matthias Kunze gibt es bis heute keinen schöneren Beruf als den des Klavierbauers. Dieser verbindet für ihn solides Handwerk und Kunst. Als es bei ihm um die Berufswahl ging, war er bereits familiär vorbelastet. Sein Vater, Matthias Kunze sen., betrieb seit 1985 einen Piano-Service und machte sich 1992 mit seinem Piano-Haus in Alt Meteln selbstständig. Matthias Kunze jun. erlernte das Handwerk bei der renommierten Firma Steinway in Hamburg und trat nach der Ausbildung in die väterliche Firma ein. Inzwischen hat er die Leitung übernommen und bildet selbst Lehrlinge aus.

Edgar Hammerich ist der sechste Auszubildende, der in dem Familienbetrieb lernt. Auch er ist familiär vorbelastet. Vater Dirk unterrichtete schon Generationen von Klavierschülern. Sohn Edgar bekam am Schweriner Musikgymnasium eine dreijährige Ausbildung am Klavier. Er brachte also gute Voraussetzungen mit. Sein Chef erwartet keine Pianisten, die sich zum Klavierbauer ausbilden lassen, aber über eine musikalische Grundausbildung verfügten bisher alle Lehrlinge. In der 8. und 9. Klasse lernte Edgar insgesamt dreimal als Praktikant seinen heutigen Ausbildungsbetrieb kennen. Matthias Kunze ist es wichtig, seine künftigen Mitarbeiter schon vorab in der Werkstatt zu erleben. Und das Verhältnis zwischen seinen Mitarbeitern muss stimmen. Schließlich arbeiten diese viele Tagesstunden zusammen. Dabei überprüft der Geselle die Arbeit des Auszubildenden. Und bevor das reparierte oder generalüberholte Klavier zurück zum Besitzer gelangt, wird es auch noch einmal vom Chef genauestens inspiziert.

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Klavierbauer. Nach deren Abschluss wird Edgar in der Lage sein, ein Klavier zu bauen. Das Meisterstück muss aber erst der Klavierbaumeister vorweisen.

Musikkunde auf dem Stundenplan

Alle Klavier- und Cembalobauer der Bundesrepublik erhalten ihre theoretische Berufsausbildung in der Oscar- Walcker-Schule in Ludwigsburg (nahe Stuttgart). Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Musikkunde, Instrumentenbaugeschichte und technisches Zeichnen.
In Edgars Ausbildungsbetrieb werden keine Klaviere gebaut, aber generalüberholt, repariert, gestimmt. Da ist jede Menge Handarbeit gefragt. Ein ebenso wichtiger Teil der Ausbildung zum Klavierbauer ist das Stimmen der Saiten. Edgar übt an den meisten Tagen mehrere Stunden. Es erfordert neben einem guten Gehör sehr viel Übung. Aber auch die Arbeit mit den verschiedenen Hölzern muss ständig geübt werden. Wenn im März die Zwischenprüfungen geschafft sind, kann der Azubi Bergfest feiern. Die meisten Arbeitsschritte beherrscht er bereits. Nun geht es ans Üben und Verfeinern dieser Fertigkeiten.

Edgar hat einen Ausbildungsbetrieb in seinemHeimatort Alt Meteln gefunden. Die Chancen, dass er nach Lehrabschluss bleiben kann, sind gut. Ausgebildet wird hier nämlich für den eigenen handwerklichen Nachwuchs. Er könnte dann aber auch in einer Klavierfabrik arbeiten oder einem anderen Servicebetrieb. Am liebsten möchte der 20-Jährige jedoch im Norden bleiben. Heidrun Lohse

BERUFSBILD

Mit Leidenschaft dabei
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Felix Klinnert lernt Mechaniker für Landmaschinen. FOTO: S. STANGE
Große Landmaschinen haben Felix Klinnert schon früh interessiert: Als kleiner Junge zieht es ihn bereits auf die Felder, um Mähdrescher und Traktoren bei der Arbeit zuzuschauen. Es folgen mehrere Praktika, auch bei seinem jetzigem Arbeitgeber, der Land- und Kraftfahrzeugtechnik GmbH in Crivitz, bis er seinem Berufswunsch wieder einen Schritt näher kommt und er seine Ausbildung im September 2013 zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik beginnt.

„Die Ausbildung ist sehr vielfältig. Ich lerne vier große Bereiche – von der Landmaschinen- und Bautechnik bis hin zur Kfz-Reparatur und Stalltechnik – kennen“, sagt Felix. Es mache ihm Spaß immer wieder etwas Neues dazuzulernen. „Wir bauen hier komplette Maschinen von Grund auf wieder auf“, erzählt der 20-Jährige.

Seine Begeisterung und sein Engagement für seinen Job wurden belohnt: Felix wurde zum Top Azubi 2015 gewählt.

FREIWILLIGENDIENST

Von Schwerin in die Welt
Wer sich für einen Auslandsfreiwilligendienst interessiert, kann sich jederzeit bewerben. Für den Zeitraum von einem bis 18 Monaten steht eine Vielzahl von sozialen Projekten zum Beispiel in Ghana, Israel oder Peru zur Verfügung.

Mehr Informationen auf drk-freiwillig-mv.de, auf Facebook unter „globalmv“ oder telefonisch unter 0385/5937820.

HITLISTE AZUBI-JOBS

Maurer ist ein beliebter Beruf
Die am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe am Bau sind Maurer, Zimmerer und Straßenbauer. Das geht aus neuen Zahlen der Sozialkassen der Bauwirtschaft (Soka-Bau) hervor.

Insgesamt ist die Zahl der Auszubildenden in der Bauwirtschaft relativ konstant: Es gab im Ausbildungsjahr 2015 etwa 0,3 Prozent weniger Anfänger als im Vorjahr, insgesamt machen derzeit 32 301 Jugendliche eine Ausbildung am Bau.

Damit fällt der Azubi-Rückgang in der Bauwirtschaft etwas geringer aus als insgesamt. Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse im Bundesgebiet ist laut Angaben der Bundesarbeitsagentur um 1,8 Prozent gesunken. „Die Aussichten sind für Jugendliche in der Baubranche sehr gut, weil die Betriebe Probleme haben, geeignete Bewerber zu finden“, sagt Michael Delmhorst von Soka-Bau.

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