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Sonderbeilagen

20. November 2017 | 13:51 Uhr

:chancen :wege :perspektiven

Neuland betreten in einer Frauendomäne

DER AUSBILDUNGSRATGEBER FÜR DEN NORDEN

Ein beruflicher Wechsel zum Heilerziehungspfleger war für Martin genau richtig

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Martin Michelsen arbeitet im Montessori-Kinderhaus. FOTO: LOHSE
Dass Martin Michelsen mit kleinen Kindern arbeitet, passt überhaupt nicht ins Bild, welches man sich von dem kräftigen jungen Mann auf den ersten Blick macht. Der knapp 30-Jährige arbeitet seit vier Jahren als Heilerziehungspfleger. Im Montessori- Kinderhaus auf dem Schweriner Großen Dreesch betreut und fördert er Integrativkinder. Diese lernen und spielen hier gemeinsam mit altersgerecht entwickelten Kindern.

Zu Martin Michelsens Aufgaben gehört neben der Organisation des Gruppenalltags das Entwickeln von Förderplänen, das Schreiben von Entwicklungsberichten und natürlich die Zusammenarbeit mit den Eltern und Therapeuten. „Jedes Kind ist individuell. Mir ist es wichtig, ihnen lebenspraktische Dinge zu vermitteln,“ erzählt er. Als Erzieher muss er natürlich die gleichen Aufgaben erledigen wie seine Kolleginnen. Trotzdem kann er auch den männlichen Part ausfüllen. Beim Toben mit den Kleinen oder beim Handwerkerprojekt – bei dem Bohrer und Akkuschrauber zum Einsatz kamen – ist der Mann von den Kindern besonders umlagert.

Nachdem er vier Jahre in seinem ersten Ausbildungsberuf als Fleischer gearbeitet hatte, konnte er sich nicht mehr vorstellen, dass er diese Arbeit sein ganzes Berufsleben hindurch machen würde.

Zwei Freunde, die bereits als Heilerzieher arbeiteten, weckten seine Neugier auf diesen vielseitigen Beruf. Mit dem Abschluss kann man in den unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden. Heilerzieher sind z. B. in Behinderteneinrichtungen, aber auch Wohngruppen, Psychiatrien, Senioren- oder Kinderheimen gefragt. Sie können also mit Menschen jeden Alters arbeiten.

Bevor er die Ausbildung für seinen Wunschberuf beginnen konnte, musste Martin Michelsen ca. 600 Praktikumsstunden absolvieren, um seine Eignung für den anspruchsvollen Job zu beweisen. Die Ausbildung selbst beinhaltete viel medizinisches Wissen, wie Anatomie, Medizin, Psychologie, allgemeine Pädagogik. Aber auch Musik- und Kunsterziehung standen auf dem Stundenplan. Kaum hatte er ausgelernt, setzte sich Martin Michelsen noch einmal berufsbegleitend auf die Schulbank und erwarb in zwei Jahren das Montessori-Diplom.

Seine Chefin, Heidemarie Wiesner, ist froh, dass sie ihn mit im Team hat. „Als Erzieher muss man die Balance halten können zwischen Spaß mit den Kindern und konsequentem Handeln“, betont sie. Das könne ihr Kollege hervorragend. Diesem fehlt manchmal im Kollektiv von insgesamt 28 Erziehern ein männlicher Gegenpart. Der Beruf des Heilerziehungspflegers ist nämlich nicht nur Frauensache. In seiner Ausbildung lernte er gemeinsam mit fünf anderen jungen Männern. Während dieser Zeit absolvierte er noch verschiedene andere Praktika. Dabei gefiel ihm auch die Arbeit in einer Wohngruppe besonders gut.

In wenigen Wochen wird der junge Mann zum zweiten Mal selbst Vater. Seine Entscheidung für die Arbeit mit Kindern war für ihn goldrichtig!
Heidrun Lohse

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Michael Voß, 35, Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Erzieher an der ecolea | Private Berufliche Schule

Nach der Ausbildung möchte ich in die offene Kinder- und Jugendarbeit! 

Schon früh habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit mit Menschen sehr viel Freude bereitet. Deshalb entschloss ich mich dazu, Erzieher zu werden. An der ecolea gibt es eine enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis: Neben dem Fachunterricht gehören auch Gruppen- und Projektarbeiten, Exkursionen und Praktika zur Ausbildung. Mit dem Abschluss erlangt man auch die Fachhochschulreife. Nach meiner Ausbildung möchte ich in der offenen Kinder- und Jugendarbeit tätig sein und einen Beitrag zur Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft leisten. Parallel strebe ich ein Studium im Bereich der Sozialpädagogik oder der sozialen Arbeit an. Wer Erzieher werden möchte, sollte offen und kreativ sein und Empathie besitzen. An alle Unentschlossenen: Kommt zum InfoTag der ecolea. Hier erhaltet Ihr Infos und Einblicke aus erster Hand.

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Marie Krummheuer, 20, Auszubildende im 2. Lehrjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Staatlichen Beruflichen Schule am KMG Klinikum Güstrow

„Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und mitzuhelfen, dass es ihnen besser geht“

Nach dem Abitur wusste ich noch nicht genau, was ich machen wollte. Ein paar Dinge hatte ich ausprobiert und gemerkt, dass sie nichts für mich waren. Dann habe ich mich um einen Ausbildungsplatz bei den KMG Kliniken beworben und bin sehr glücklich über diese Entscheidung. Die Ausbildung macht mir richtig Spaß. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und mitzuhelfen, dass es ihnen besser geht. Ich arbeite gerne im Team. Alleine arbeiten ist nichts für mich. Das Personal am KMG Klinikum Güstrow ist sehr sympathisch, und ich fühle mich im Team für die praktische Ausbildung sehr gut aufgehoben. Es gibt immer Blöcke von drei bis vier Wochen Schule für den theoretischen Ausbildungsteil, die sich mit drei bis vier Wochen in der praktischen Ausbildung abwechseln. Ich finde es sehr angenehm, dass die Schule mit dem KMG Klinikum unter einem Dach ist. Das sind kurze Wege – auch für die Verständigung. Wir haben hier sehr gute und engagierte praktische und theoretische Ausbilder, die gut zusammenarbeiten, und die uns kompetent ausbilden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das KMG Klinikum Güstrow sehr groß ist, und wir dadurch in der Ausbildung viele verschiedene Bereiche kennenlernen.

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Auszubildende im 3. Lehrjahr zur IT-Systemkauffrau in der Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH

Technik war schon immer mein Hobby, das möchte ich gerne zu meinem Beruf machen.

Charlott Eisenkolb ist technikbegeistert – und das schon seit ihrer frühsten Jugend. So war es nicht überraschend, dass die 24-Jährige sich entschied, nach dem Erwerb ihrer Fachhochschulreife an der Technik-Schule in Schwerin direkt in der DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern GmbH durchzustarten. Als Auszubildende zur IT-Systemkauffrau kann sie Hobby und Beruf in Verbindung bringen und schlägt dabei auch noch zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Ausbildung enthält sowohl IT-Fachwissen als auch eine kaufmännische Komponente, wodurch Charlott nach Beendigung ihrer Ausbildung vielseitig eingesetzt werden kann. Nachdem sie im ersten Ausbildungsjahr ein gründliches IT-Grundwissen vermittelt bekommen hat, bearbeitet sie selbstständig Anfragen im Systemmanagement und Virtual Private Network, prüft Verträge und kümmert sich um Kostenverteilung, Kostenstellen usw. Zwar muss sie zur Berufsschule nach Rostock fahren, das stellt für Charlott jedoch kein Problem dar. „Sowohl meine Reise- als auch meine Unterbringungskosten übernimmt dabei das DVZ. Das ist ein klarer Pluspunkt und keine Selbstverständlichkeit, wie ich bei meinen Mitschülern mitbekommen habe“, so die junge Schwerinerin. Für Charlott steht fest: Mit dem DVZ als starken und vielseitigen Ausbildungspartner stehen ihr alle Türen für ein erfolgreiches Durchstarten als IT-Systemkauffrau offen.
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BERUFSBILD

Neuer Weg zum Traumjob
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Ladina Gehrmann wird Hebamme. FOTO: UWE ZUCCHI

Es ist neues Leben, dem Ladina Gehrmann in ihrem Beruf Tag für Tag ins Gesicht blicken wird. Zum Teil macht die werdende Hebamme das schon jetzt. Denn auf dem Weg zum Beruf zählt vor allem eins: viel Praxiserfahrung sammeln. Sei es im Rahmen der klassischen Ausbildung an einer Hebammenschule oder im Studium an einer Hochschule. Für letzteres hat Ladina sich entschieden. „Das Ausbildungssystem zur Hebamme steht derzeit vor einem Umbruch“, sagt sie. Den Studiengang Hebammenkunde gibt es erst seit einigen Jahren. Die meisten Hebammen werden an Schulen ausgebildet.

Den einen Arbeitsplatz für Hebammen gibt es laut Maren Borgerding vom deutschen Hebammenverband nicht. Die einen sind beispielsweise in Krankenhäusern und Geburtshäusern beschäftigt. Die schwangeren Frauen kommen in der Regel in den Kreißsaal, wenn sie kurz vor der Entbindung stehen. Die Hebamme begleitet die Frau während der Geburt, danach kümmert sie sich weiter um Frau und Baby und kontrolliert zum Beispiel, ob es Nachblutungen gibt. Hebammen können aber auch freiberuflich tätig sein. Sie begleiten Schwangere dann meist schon weit vor der Geburt und sind etwa bei einer Hausgeburt dabei.

Derzeit gibt es etwa 21 000 Hebammen. Auch Männer können den Beruf erlernen. Das ist aber eher eine Ausnahme: In ganz Deutschland üben den Beruf momentan schätzungsweise nur ein halbes Dutzend Männer aus. Das Einstiegsgehalt bei einer Festanstellung in einer Klinik kann zwischen 1300 und 1900 Euro brutto liegen. Wer freiberuflich arbeitet, rechnet pro Geburt ab. Der Nachteil: Freiberufler müssen die Kosten für die Haftpflichtversicherung selber aufbringen. Derzeit liegt der Beitrag bei 6274 Euro pro Jahr. In der Vergangenheit wurde er immer wieder erhöht.