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Sonderbeilagen

22. September 2017 | 01:46 Uhr

:chancen :wege :perspektiven

Job mit viel Gefühl

DER AUSBILDUNGSRATGEBER FÜR DEN NORDEN

Als Kinderkrankenpflegerin braucht Nicole Ekonomiuk viel Einfühlungsvermögen für ihre kleinen Patienten

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Nicole Ekonomiuk liebt ihre Arbeit auf der Kinderstation. FOTO: INA FASSBENDER
Zu Kindern hatte Nicole Ekonomiuk schon immer einen guten Draht. „Schon früh habe ich mit Babysitting angefangen und wusste, dass ich mit Kindern arbeiten möchte“, sagt sie. Durch ein Praktikum wurde ihr endgültig klar, dass sie Kinderkrankenpflegerin werden möchte.

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger übernehmen die Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus. Sie kümmern sich zum Beispiel um Kinder, die gerade eine Operation hinter sich haben. Zu ihren Aufgaben gehört es, Medikamente und Infusionen zu verabreichen, Blut abzunehmen, aber auch, Mahlzeiten auszuteilen.

In Deutschland gibt es knapp 49 000 Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. Ausgebildet werden Kinderkrankenpfleger an speziellen Schulen für Gesundheitsberufe. Jede Schule hat in der Regel eine Kooperationsklinik, in der die angehenden Pfleger den praktischen Teil der Ausbildung machen.

„Jeder Kinderkrankenpfleger muss laut Prüfungs- und Ausbildungsverordnung mit Patienten verschiedenen Alters arbeiten“, erläutert Wibke Barbian. Sie leitet den Bereich Gesundheits- und Kinderkrankenpflege am Klinikum Dortmund. Erst im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Spezialisierung auf Kinderkrankenpflege. Die Berufschancen im Bereichder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege seien gut, erklärt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit.„Pflegekräfte werden zur Zeit händeringend gesucht“, sagt er. Nach der Ausbildung gibt es die Möglichkeit, sich im Bereich Ernährungsberatung oder Anästhesie weiterzubilden.

Im ersten Jahr der Ausbildung erhalten angehende Kinderkrankenpfleger bei einer Bezahlung nach Tarif eine Vergütung in Höhe von 976 Euro brutto pro Monat, es kann aber auch deutlich weniger sein. Die mittlere Reife ist Voraussetzung für die Ausbildung. Wer sich für den Beruf entscheidet, muss einfühlsam sein. „Als Kinderkrankenpfleger hat man jeden Tag Menschenleben in der Hand“, sagt Ekonomiuk. Arbeitet sie mit Säuglingen, kann sie nur aus dem Verhalten des Kindes schließen, wie es ihm geht.

„Es geht im Berufsalltag vor allem darum, den Kindern die Ängste zu nehmen“, sagt die 22- Jährige. Ängste haben aber nicht nur die Kinder. Die Eltern anzuleiten, etwa im Umgang mit Neugeborenen, gehört ebenfalls dazu. In der Regel arbeiten Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger nach der Ausbildung in fester Anstellung in Kliniken, Pflegeheimen, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen oder bei ambulanten Pflegediensten.
Kristin Kruthaup

medienhaus:nord

BERUFSBILD


Bis der Arzt kommt
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Notfallsanitäter Allan Grech FOTO: KLAUS-DIETMAR GABBERT
Wenn Allan Grech einen Einsatz hat, ist es immer kritisch: Er ist Rettungsassistent im Intensivtransport. Gemeinsam mit einem Kollegen und einem Facharzt fährt er intensivmedizinisch behandelte Patienten von einem Krankenhaus ins andere. Dabei assistiert er dem Arzt und betreut den Patienten bei der Fahrt.

Notfallsanitäter sind nicht zu verwechseln mit Rettungssanitätern. „Rettungssanitäter ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Qualifikation“, sagt Allan Grech, der bei den Maltesern in Berlin arbeitet. Notfallsanitäter sind oft die ersten am Unfallort. Sie leisten Herzmassagen, beatmen Patienten oder stillen Blutungen, bis der Arzt eintrifft.

Die Ausbildungszeit zum Notfallsanitäter liegt bei drei Jahren. Je nach Tarifvertrag erhalten die Auszubildenden 850 Euro brutto im ersten und 1050 Euro brutto im dritten Lehrjahr. Für die Ausbildung braucht man einen mittleren Bildungsabschluss. Bewerber mit Hauptschulabschluss benötigen zusätzlich eine abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung.
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