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Sonderbeilagen

22. September 2017 | 01:46 Uhr

Zum Glück

Freiheit auf zwei Rädern 

Der Weg ist das Ziel – es braucht nur Helm, Schutzkleidung
und passables Wetter

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Kleine, kurvige Bergstrecken fordern höchste Konzentration vom Fahrer.
Es kann so einfach sein, mit dem Motorrad ins Glück zu fahren. Was bietet Google an, wenn man nach Motorrad und Glück sucht? Vor allem Youtube-Filme mit Beinahe- Unfälle von Bikern, die ihr Zweirad so bewegen, als gäbe es kein Morgen mehr. Zu schnell – ja meistens – , aber vor allem ohne Gespür für die allgegenwärtige Gefahren im Straßenverkehr. Die Biker hatten Glück, dass sie noch leben. Mit Glück und Motorrad verbinde ich aber etwas ganz anderes.

Auf zwei Rädern lässt sich „Freiheit“ auch heute noch erfahren. Wer möchte, kann auf dem Chopper bei 70 Kilometern pro Stunde das Blubbern des V-Twins genießen und sich den Wind um die Nase wehen lassen. Wer meint, dass richtige Motorräder erst bei 150 PS anfangen, findet noch ein Stück freie Autobahn. Und wer den Kurventanz liebt, kann auf verwinkelten Landstraßen den Chopper in der Außenkurve überholen. Denn das ist das Schöne an Motorrad- Freizeit, dass fast alles möglich ist. Viel braucht es nicht: Helm, Schutzkleidung und passables Wetter.

Im günstigsten Fall beginnt der Spaß direkt vor der Haustür, weit ist er für niemanden entfernt. Man muss das Bike nur aus Garage oder Carport schieben, Dorf und Stadt und Verkehr hinter sich lassen.

„Motorrad fahren ist anstrengend und fordert . Zum Glück! “

Aber: Je schneller die Strecken und je enger die Kurven, desto mehr Konzentration und Körpereinsatz sind gefragt. Auf dem Zweirad gibt es weder Knautschzone noch Airbag – man muss immer auch mit den Fehlern der anderen rechnen. Motorrad fahren fordert und ist anstrengend. Zum Glück! Denn das gibt es nur, wenn man den Alltag ausblenden kann und sich im Kopf nichts anderes abspielt als das, was gerade vor einem liegt.

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Das Stilfser Joch: Für die meisten Biker eine Traum-, für manche eine Alptraumstrecke.
Diese höchste Stufe der „Meditation“ finden die meisten Biker in den Bergen, wenn sich die Passstraße in schwindelnde Höhen schraubt, jede Kehre eine neue Aussicht bietet, und die Welt hinter dem Berg eine Offenbarung sein kann.

Das Glück auf zwei Rädern findet sich aber auch im Norden. Die einsame Landstraße, die sich durch blühende Rapsfelder schlängelt, oder durch den Wald, der nach Frühling duftet und im Herbst leuchtet. Die kleinen Straßen zwischen den vielen mecklenburgischen Seen oder entlang der Ostseeküste. Und für das kurze Glück zwischendurch gibt es die Hausstrecke oder die Eisdielentour. Der Weg ist das Ziel, und auf zwei Rädern kann man den ganzen Tag dem Glück nachjagen.

Rolf Blase

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Tipps für die Motorrad-Freizeit
in MV


Tourentipps für Westmecklenburg? Klar, die gibt es. Ein guter Ausgangspunkt ist z. B. das Schweriner Schloss. Von dort aus empfiehlt sich eine Tour in Richtung Ostsee über Mühlen Eichsen, Grevesmühlen zur Wohlenberger Wieck und weiter nach Dassow und Schönberg.

Kurven- und abwechslungsreich geht es auch im Süden des Landes zu. Wieder von Schwerin aus empfiehlt sich eine Runde um den Schweriner Innensee und von Raben Steinfeld weiter nach Crivitz und schließlich über Matzlow und Garwitz in die Lewitz.

Nahezu legendär und an sonnigen Tagen gut besucht ist die B 195 zwischen Boizenburg und Dömitz. Selbst die lange Anreise von Schwerin über langweilige Bundesstraße lohnt sich hier, weil die Straße meist gut ausgebaut und extrem kurvenreich ist. Allerdings sollte man sich hier unbedingt an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, da es zahlreiche Kontrollen gibt. Und für Genußfahrer gibt es in dem Bereich noch den direkten Weg immer am Elbdeich entlang.