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Sonderbeilagen

20. November 2017 | 13:51 Uhr

Zum Glück

Ewige Jagd nach Glücksmomenten 

Sport mit Fluch und Segen: Beim Golf begegnet man sich oft selbst 

Image №1
Auch für ein besonderes Naturerlebnis steht Golfen - freier Blick auf Meer und Förde. FOTO: WREGE
Sollten Sie nie einen Golfschläger in der Hand gehabt haben, tun Sie mir doch einen Gefallen. Bitte vergessen Sie alles,was Sie bisher über Golf gehört haben: Vom Spaziergang älterer Herren in karierten Hosen; von den Mittwochnachmittagen der Ärzte; von elitären Gesellschaften in abgeschotteten Clubs; von der spöttischen Frage:„Spielen Sie schon Golf oder haben Sie noch Sex?“ Wie alle Vorurteile bergen auch diese einen Kern von Wahrheit, den ich aber nicht erörtern möchte. Ich rede von der Chance auf Glücksmomente, die sich jedem eröffnen, der sich auf dieses Spiel einlässt.

Für mich begann es mit Geräuschen. Eine Art „Klick“, wie von einem präzise arbeitenden feinmechanischen Bauteil – so klingt es, wenn ein Golfball vom Schlägerkopf mittig getroffen wird. Dann beginnt er zu steigen, mit einem Zischen wie eine Feuerwerksrakete. Es folgt die Explosion eines Glücksgefühls, wenn die Kugel am Ende einer wunderbaren ballistischen Kurve dort landet, wo ich sie haben wollte.

Wer einen Funken Emotionalität in sich trägt, kann dieses nachempfinden, wenn er an einem der auf allen Golfplätzen angebotenen Schnuppertage teilnimmt. Das kostet wenig oder gar nichts. Selbst bei sportlich Minderbegabten, ganz gleich welchen Alters, wird es irgendwann klicken und zischen, wird der Ball fliegen. 80 Meter, 100 Meter, 150 Meter – egal. Euphorie flutet das Gemüt: „Wow, das habe ich gemacht? So leicht ist das? Gleich noch mal!“

Und dann könnte es passieren, dass nichts mehr ist wie vorher. Golf birgt Suchtgefahr, vor der ich eindringlich warne. Die meisten Leute kommen wieder, immer wieder, um diesem Glücksmoment nachzujagen. Er lässt sich nicht festhalten. Man wird in den Boden hacken, den Ball verfehlen oder schlecht treffen. Dann hoppelt er nur oder verschwindet nach unsäglichem Flug im Gebüsch. Man verflucht sich („Warum tue ich mir das an?“) – bis dann wieder der fast perfekte Schlag glückt und alles von vorn beginnt.

Man begegnet sich selbst beim Golf. Das ist nicht immer erfreulich. Wie gehe ich mit Triumph und Versagen um? Wie entscheidungsfreudig bin ich? Wie ehrlich bin ich mir selbst und anderen gegenüber? Golf legt den Charakter schonungslos frei.

Ich könnte noch vom Genuss atemberaubend schön gestalteter Landschaft, dem Naturerlebnis oder der Geselligkeit auf Golfrunden schwärmen. Aber der wesentliche Reiz dieses Spiels besteht im ewigen Spannungsfeld zwischen Frust und Glück. Dass es Letzteres nicht umsonst gibt, beschrieb Friedrich Schiller im Ring des Polykrates: „Drum, willst du dich vor Leid bewahren, so flehe zu den Unsichtbaren, dass sie zum Glück den Schmerz verleihen. Noch keinen sah ich glücklich enden, auf den mit immer vollen Händen die Götter ihre Gaben streuen.“ Ob der Dichter das Jahrhunderte alte Golfspiel kannte, weiß ich nicht. Aber das Wesen des Glücks hat er exakt getroffen.

Jan Wrege

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