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Sonderbeilagen

20. November 2017 | 13:51 Uhr

Zum Glück

Kunstwerke auf der Haut Tattoo-Boom in 90ern 

Auch, wenn’s täuscht: Nur 15 Prozent sind tätowiert - Deutsche gespalten 

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Tätowieren ist eine Kunst – Tattoos wieder zu entfernen allerdings auch. FOTO: RUFF
Vor allem im Sommer täuscht der Anblick: Wohin das Auge reicht - auf gefühlt jedem dritten Körper prangen Tätowierungen. Mit der gestochenen Kunst auf der Haut wollen zahlreiche Deutsche ihre Liebe zu einer Person, zu liebgewordenen Hobbys oder Interessen bekunden. Ihr Glück buchstäblich nach außen tragen.

Die Motive der Tätowierungen sind dabei vielfältig: der uralte Anker am Unterarm, das legendäre Arschgeweih, die Rose, der Totenkopf... Eine Umfrage von YouGov aus dem vergangenen Sommer verrät, wie hoch der Anteil der Menschen mit Tattoo in Ost und West ist und wie die Menschen generell den Körperschmuck finden.

Das Überraschende vorweg: Nur 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind dieser Erhebung zufolge tätowiert. Frauen (18 Prozent) haben demnach eher ein Tattoo als Männer (13). Die Werte bei Stadt- und Landbevölkerung sind praktisch gleich, ebenso gibt es laut der Umfrage keinen großen Unterschied zwischen Ost (15) und West (16).

In den einzelnen Altersgruppen lassen sich Abweichungen erkennen: 28 Pro 34-Jährigen ein Tattoo, 21 Prozent bei den 35- bis 44- Jährigen und 20 Prozent bei den 45- bis 54-Jährigen. Geht man davon aus, dass sich die meisten in den 20ern tätowieren lassen, lässt sich ein Boom in den 90er Jahren erkennen. Unter den 18- bis 24-Jährigen befinden sich übrigens nur 12 Prozent Tätowierte und bei den Menschen über 55 nur 7 Prozent.

Was die generelle Meinung zum Thema Tätowierung angeht, ist sich die Bevölkerung in Deutschland uneinig. 39 Prozent der 1176 Befragten über 18 sind Tattoos gegenüber ablehnend eingestellt. „Eher negativ“ äußerten sich 22,„sehr negativ“ 17 Prozent. Positiv bewerten 29 Prozent den Körperschmuck, wobei 12 Prozent Tattoos „sehr positiv“ finden und 17 Prozent „eher positiv“. 30 Prozent finden dagegen Tätowierungen weder positiv noch negativ.

Ungeachtet der verschiedenen Meinungen sind nicht selten echte Kunstwerke auf den Armen, Waden oder Rücken zu entdecken. Szenen mit Sagenhelden, täuschend echte Tiere oder Blumen, Feen oder Sehenswürdigkeiten. Und bereits kurz nach dem Schmerz kehrt fast immer auch das Glück über ein gelungenes Motiv ein.

Wenn Motive nicht mehr schön sind
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Tattoo-Artisten können aus einer Jugendsünde Kunstwerke werden lassen
Mit einer Jugendsünde fing es an. Ein Unfall, im Hinterhof unter die Haut geritzt, und zack ist die Katastrophe perfekt. Die Gurke des Jahrzehnts, die verflossene Liebe von vor 20 Jahren…Natürlich kann es auch sein, dass sich ein Tattoo über einen längeren Zeitraum ändert. Ursachen sind z. B. Sonnenbrände oder Hautalterungen. Die Lösung für diese Probleme heißt Cover-up, eine sogenannte Retusche. Das alte Tattoo bleibt bestehen, wird jedoch von den Experten mit dunkleren Farben überstochen, um Altes gekonnt zu vertuschen. Ein völlig neues Bild entsteht. Das Schwierige daran ist, dass sich das bestehende Tattoo nicht einfach wegradieren lässt, wie z. B. eine Zeichnung.

Erfahrene Tattoo-Artisten wissen, ob sich ein Cover-up lohnt oder nicht. Es kann dabei auch ein Bild entstehen, das komplett von der bisherigen Vorstellung abweicht! Manchmal kommt bei einer Tätowierung auch alle Hilfe zu spät. Dann hilft nur noch eine Laserbehandlung!
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