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Sonderbeilagen

22. September 2017 | 01:46 Uhr

Zum Glück

Darfs ein bisschen mehr Glück sein? 

Von Schweinen, Käfern und Menschen: Glücksbringer und -symbole wirken seit Jahrhunderten 

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Glaubt man dem Glücksatlas, der repräsentativen, bundesweiten Umfrage zur Lebenszufriedenheit, könnten wir im Nordosten Deutschlands durchaus ein paar Glücksbringer gebrauchen. Anders als das seit Jahren mit an der Spitze rangierende „Glücksland“ Schleswig- Holstein landete Mecklenburg- Vorpommern zuletzt auf Rang 19 und nahm Brandenburg (17) die „rote Laterne“ des traurigen Letzten ab.

Ein wenig übernatürliche Hilfestellung in heiklen Situationen wird deshalb auch gern angenommen. Selbst die Psychologie hält schließlich große Stücke auf Glücksbringer. Wer an sie glaubt, so heißt es, habe tatsächlich mehr Selbstvertrauen und Erfolg. Darf es also ein bisschen mehr vom Glück sein?

Das Hufeisen
Der Klassiker ist wahrscheinlich das internationalste Glückssymbol überhaupt. Bekannt ist es in allen Ländern, in denen einst Pferde für Arbeit und Krieg gebraucht wurden – und das sind nicht wenige. Ein türkisches Sprichwort lautet: „Ein Nagel kann ein Hufeisen retten, ein Hufeisen ein Pferd, ein Pferd einen Reiter und ein Reiter ein Land." Hufeisen bringen angeblich aber nur Glück , wenn sie mit der Öffnung nach oben hängen, denn sonst fällt das Glück heraus. Bauern brachte vor allem Glück, wenn sie ein Hufeisen auf dem Feld fanden. Ein nach rechts offenes Hufeisen stellt ein C für „Christus“ dar. Für gläubige Christenmenschen die einzig richtige Variante.

Schwein (haben)
Diese Redensart kommt vom Kartenspiel, denn das As als höchste Karte wurde einst „Sau“ genannt. Das Schwein selbst war bereits bei den alten Germanen ein heiliges Tier, vor allem der Eber, der für seine Fruchtbarkeit und Stärke verehrt wurde und für Wohlstand und Reichtum stand. Auch bei den alten Griechen und Römern galten Schweine als Statussymbole. Wer einen Stall voller wohlgenährter Schweine sein eigen nannte, hatte genügend zu essen – ein glücklicher Umstand,der damals beileibe keine Selbstverständlichkeit war. Als Glücksbringer muss das Schwein übrigens nicht unbedingt aus Fleisch und Blut sein. Die süße Marzipanvariante erfüllt ihren Zweck ebenso gut.

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Der Schornsteinfeger
Auch Schornsteinfeger gelten als begnadete Glücksboten, schon seit dem finsteren Mittelalter. Der Ursprung dieses Aberglaubens stammt aus dieser Zeit, als die Häuser besonders des armen Volkes weitaus leichter und häufiger Feuer fingen als heute. Der Schornsteinfeger schützte also durch sein Tagwerk die heimischen vier Wände und hielt das Unglück fern. Etwas Asche vom Gesicht des Kaminkehrers wirkt auch heute noch wahre Wunder.

Der Marienkäfer
Aus Schokolade, in rotem Stanniolkleid, schwarz gepunktet, ist der krabbelnde Glücksbote besonders zum Jahreswechsel gern gesehen. Ursprünglich brachte noch jeder Käfer Glück - jedenfalls wenn er mit der linken Hand gefangen und in der Hosentasche verwahrt wurde. Heute ist es nur noch der Marienkäfer.

Vierblättriges Kleeblatt
So etwas wie ein Evergreen unter den Glücksbringern. Einziger Nachteil: Es ist so gut wie ausgeschlossen, ein Kleeblatt mit vier Blättern in freier Natur zu finden. Wer doch einmal auf eines stoßen sollte, darf getrost davon ausgehen, dass es sich um irgendeine grüne Pflanze handelt – nur keinesfalls um Klee. Selbstziehen im Balkontöpfchen gilt unter orthodoxen Glückssuchern als nicht sonderlich schick und ist zudem zwecklos – natürlich wirkt der Zauber nur natürlich. Zur Herkunft des (Aber-)Glaubens: Die Vier gilt als Zahl des Idealen, der Ganzheit. Elemente, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten – wenn’s vier sind, ist es eine runde Sache, also auch beim Klee. Der Satz:„Suchet, so werdet Ihr finden“ gilt hier übrigens nicht. Es heißt, es entdeckt nur der den Glücksklee, der nicht nach ihm sucht.

Weitere Symbole

Mistelzweig - symbolisiert das Glück zweier sich liebenden Menschen. Wer sich darunter küsst , bleibt ewig zusammen.

Fliegenpilz - hochgiftig, in kleinsten Dosen berauschend und schmerzhemmend, wurde er laut Sage von Kriegern vor dem Kampfe eingesetzt, und brachte so – im Überlebensfall– Glück.

Engel - als Schutzengel häufig im Dauerdienst vor allem von Autofahrern, Truckern, Piloten und anderen Verkehrsteilnehmern.

Glückskatze - auch berüchtigt als japanische Winkekatze. Steht stellvertretend für einige Dutzend internationaler Symboltiere, vom Drachen bis zum Skarabäus.
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